Villen im Stil der Bahamas und die feuchte Hitze der Subtropen, das Urlaubsparadies im Süden Floridas: Key West.
Erst in den Abendstunden, wenn die Temperatur sinkt, erwacht der Ort zum Leben. Die Boote werden klar gemacht und schon wenig später kreuzen sie zwischen Atlantik und Golf von Mexiko. Am Melory Pier strömen inzwischen die Massen zusammen, um sich den Höhepunkt des Tages nicht entgehen zu lassen: den Sonnenuntergang. Ein absolutes Muß für jeden Besucher. Das ist aber nicht die einzige Attraktion. Ein Schriftsteller besuchte Key West ende der zwanziger Jahre und läßt sich wenig später dort nieder. Sein Haus kann noch heute besichtigt werden.
Wie heißt dieser Mann, der vor allem für eine Geschichte berühmt wurde, in der das Meer eine Rolle spielt?
1931 übersiedelt Hemmingway nach Key West, das er von früheren Aufenthalten als Ort zum Leben und Arbeiten schätzt. Täglich von 6 Uhr bis 12 Uhr schreibt er mindestens 300, höchstens 700 Worte. Nur eine Hängebrücke verbindet damals das Studio mit dem Wohnhaus. Er liebt dieses Haus, sitzt oft auf der Veranda, alleine oder mit Freunden. Seine Liebe zum Fisch teilt der passionierte Angler mit den zahllosen Katzen, die das Grundstück bevölkern. Ihre Nachkommen kann man noch heute bewundern. Von den Katzen der Hemmingway Ära sieht man nur noch Spuren im Zement.
Ein oxidierter Kupferpenny unter Glas: Nimm doch gleich man ganzes Geld, soll Hemmingway gesagt haben, als er diesen Penny auf den Grund des Swimmingpools wirft, den seine Frau 1937 in seiner Abwesenheit erbauen läßt. Immerhin, dieser erste Pool in Key West hat 20000 Dollar, das Haus dagegen nur 8000 Dollar gekostet. Solchen Kummer ertränkt Hemmingway im Alkohol. Sloppy Joe Russel gehört zu den ersten Einheimischen, die er in Key West kennen lernt. Sloppy Joe's Bar wird zur Stammkneipe des Schriftstellers.
Ein Hauch von Hemmingway im Jahre 1992: Mit dem Nobelpreis für "Der Alte Mann und das Meer" schien er unsterblich geworden zu sein. Doch nur 7 Jahre nach diesem Triumph begeht Hemmingway Selbstmord.